Tag 3 – Highway to Hell

Dünen, Dünen, Dünen...Heute standen 6 x 1000m auf dem Plan. Um auch das gleich vorwegzunehmen, diese Einheit gehört nicht zu meinen Lieblingen.

Auf den ersten Blick klingen sechs Kilometer erstmal harmlos. Aber auf den zweiten schon nicht mehr ganz so. Mir war schon klar, dass ich keine Jahnkampfbahn vorfinden würde, also entschied ich mich für die Bundesstraße mit den tollen Markierungen. Nur hatte ich nicht damit gerechnet, dass das erste sichtbare Kilometerschild fünf Kilometer vom Hotel entfernt war und zwar direkt in der Wüste. Bei ca. 22 Grad und wolkenfreiem Himmel war das schon mal ein großzügiges Warmlaufen. Grr..

Die Strecke bis zum nächsten Schild (genau 1000 Meter) schien perfekt: Vom Start weg flach, dann in eine leichte Rechtskurve fallend und unmittelbar danach eine lange gleichmäßige Rampe hoch. Nach ca. 700m ging es wieder leicht bergab, um noch mal richtig aufzudrehen und dann kam auch schon das Schild in Sichtweite.

Der erste Durchlauf war ernüchternd. Ich hatte ständig Schiss, in den Gegenverkehr zu rennen. Im Ziel waren es dann knapp unter 4min. Laut Plan also zu langsam. Greif, geht’s noch?? Zurück dann traben, wie herrlich! Ich bin auf einen 6er Schnitt runter und hab den kühlen Rückenwind genossen.

Die nächsten Läufe waren dann schon besser. Schneller als 3:40 wurde ich aber nicht, was ich auch nicht schlimm finde.

Es hat schon was Archaisches zwischen den kilometerlangen Dünen umherzupeitschen.
Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr richtig schnell und am Limit seid?
Es kommt mir dann immer so vor, als würden Teile meines Gehirns verbrennen (weil sonst nix mehr da ist) und ich gehe auf eine sehr spezielle Reise.
Die fünfte Runde war so eine (Reise). Selbstbewusst schnaubend auf der Gegenfahrbahn, die Augen aufgerissen wie auf dem elektrischen Stuhl, im Hintergrund ziehen Gizeh und Ayers Rock vorbei. Tack, tack, tack.. Und plötzlich ist alles vorbei. Schade aber auch.

An die letzte Runde kann ich mich nicht mehr erinnern. Da muss ich ohnmächtig gewesen sein. Nur an den Nachhauseweg erinnere ich mich gut. Es muss ein Triathlet gewesen sein, der mich nicht vorbei lassen wollte. Hat er aber dann doch.. 🙂

Und so sind aus 6×1000 dann am Ende doch 24km geworden.
Danke für diesen tollen Tag, lieber Peter Greif.
Abendessen überspringe ich heute wohl, das Bett ruft… Und morgen ist RUHETAG!!!